Ringelblume - Calendula officinalis

Die Ordnung

Aus dem Buch:

tun, was getan werden muss,

im Kreislauf des Tages und des Jahres

*

die Kraft, um das Chaos zu bewältigen

 *

das Ausmisten, um Ordnung zu erhalten

*

ich stehe dir bei die Wahrheit zu finden für deinen inneren und

äußeren Frieden.

Calendula officinalis Pflanze mit Blüte
Ringelblume

Calendula officinalis

Foto: Karin Leffer


Interessantes über die Ringelblume

Die Ringelblume wurde bereits im alten Ägypten verwendet. Ihr lateinischer Name Calendula kommt von "calendae", das ist der Monat. Mit diesem Namen wollte man wohl ausdrücken, dass sie über viele Monate hinweg stetig Blüten treibt. Der deutsche Name bezieht sich auf ihre zusammengeringelten Samen.

 

In England heißt sie Marigold. Sie wurde von den frühen Christen bei den Statuen der Jungfrau Maria aufgestellt. Als eines der heiligsten Kräuter des alten Indien wurde sie in Tempeln und bei Hochzeiten verwendet. Die Blüten wurden zu Girlanden geflochten und um die Hälse der Götterstatuen gelegt.

 

Wie mit der Margerite hat man mit den Blütenblättern der Ringelblume ein Liebesorakel veranstaltet: "Sie liebt mich, sie liebt mich nicht....". Es ist auch überliefert, dass ein besonders wirksamer Liebeszauber durch ein Stück der Wurzel entsteht, die die Männer in ein violettes Seidentuch hüllten und bei sich trugen, um allen Frauen lieb und angenehm zu sein.

Aus Albanien und Mazedonien ist ebenfalls ein Liebeszauber überliefert. Wenn eine junge Frau die Liebe eines Mannes erzwingen wollte, grub sie Erde von seinem Fußabdruck aus, gab sie in einen Blumentopf und pflanzte eine Ringelblume hinein. Die Liebe des Mannes zu ihr sollte dann so wachsen, blühen und nicht welken wie die Ringelblume.

 

Sie hat also eine starke Beziehung zu den Frauen und gehört deshalb zu den Liebfrauenblumen.

 

Ein weiterer Name war Regenblume, denn eine alte Weisheit besagt, dass es regnen wird, wenn die Ringelblume ihre Blüten früh am Morgen zwischen 6.00 Uhr und 7.00 Uhr nicht öffnet, sondern geschlossen hält.

 

Auch aus der griechischen Mythologie ist eine Geschichte überliefert:

Vier Waldnymphen hatten sich in den Sonnengott Apollon so sehr verliebt, dass sie ihre Pflicht gegenüber Diana, der Schwester von Apollon vernachlässigten. Diana bestrafte die Nymphen, in dem sie deren Blüten weiß färbte. Das verärgerte Apollon, der daraufhin seine goldensten Sonnenstrahlen schickte, um den Blüten Farbe zu geben.

 

Die kräftige gelbe Farbe der Blütenblätter diente zum Aufhellen der Haare oder zum Färben von Käse und Butter. Sie wurden als Ersatz für den teuren Safran verwendet. Die Farbe löst sich in Fett oder Öl.

Die Römer verwendeten Calendula, mit Essig gemischt, zum Würzen von Fleisch und in Salaten und Eingemachtem. Es wurde angenommen, dass das Essen von Calendula dazu führt, dass man Feen sieht, dass man leicht einschläft oder sich verliebt fühlt.

Junge, zarte Blätter geben gemischtem Salat einen pikanten Geschmack.

 

 

Anwendung der Heilpflanze

Auch wenn erst im Mittelalter gesicherte Überlieferungen von der Ringelblume vorhanden sind, bin ich persönlich davon überzeugt, dass bereits die Römer die Pflanze nach Germanien mitbrachten. Wieso sollten sie das nicht, wenn sie wie oben beschrieben, Verwendung fand.

 

Hildegard von Bingen:

Zuerst genannt wird das "Ringele" in der Physica von Hildegard von Bingen. Dort wird die Pflanze bei Hautproblemen empfohlen, aber auch gegen Gifte, vor allem in der Tierheilkunde:

 

"Wenn Rinder oder Schafe etwas Übles gefressen haben, so dass sie davon Blähungen bekommen, dann werde die Ringelblume zerstoßen und ihr Saft werde ausgedrückt. Dann werde ihnen mit etwas Wasser der Saft in ihre Mäuler eingeflößt, so dass sie davon kosten, und sie werden geheilt werden."

 

"Wenn ein Rind oder ein Schaf hustet, dann flöße Ringelblumensaft ohne Wasser in ihre Nüstern ein, und alsbald speien sie die schädlichen Säfte aus, und es wird besser mit ihnen."

 

 

Äußerliche Anwendung:

Ihre Blüten sind ein hervorragendes Wundheilmittel, was die starke Verbreitung der Ringelblumensalbe erklärt. Das verdeutlicht auch der Name Soldatenblume.

 

 

Ringelblumensalbe:

Zur Förderung der Wundheilung, bei Hauterkrankungen, Schürfungen, Wund liegen, leichten Erfrierungen und Verbrennungen, Sonnenbrand, Windeldermatitis, Unterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris), Hauteiterungen, schlecht heilende Wunden, Nagelbett-Eiterungen, Quetschungen und Risse, rissige Hände und Füße, Wundheilung bei Amputationen, Hautschäden nach Strahlentherapie bei Krebs. Zu letzterem gibt es eine Untersuchung, die in der Fachzeitschrift für Pharmazeutisch-technische Assistenten PTA-Forum im Jahr 2006 veröffentlicht wurde, wonach Ringelblume wirksamer zur Verhinderung von Strahlenschäden der Haut war, als die schulmedizinische Therapie mit Trolamin-Gel.

 

 

Ringelblumenöl:

Zur Baby- und Kleinkinderpflege, als Salbengrundlage, für Kräuterkosmetik.

    

Umschläge oder Kompressen mit verdünnter Tinktur oder starkem Tee:

Bei schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen, Venenentzündung, Krampfadern.Teekompresse tut den Brüsten in der Stillzeit gut, ebenso gereizten und übermüdeten Augen.

 

Sitzbad oder Spülung:

Heilung von Wunden im Genital- und Analbereich.

 

 

Innerliche Anwendung:

Sie hilft bei Verdauungsbeschwerden und gegen Frauenprobleme, bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut und Zahnfleisch. Weitere Anwendungen sind bei Asthma Husten, Herzklopfen, Schlaflosigkeit und Angstzuständen.

 

 

Sie hilft als Tee aus frischen oder getrockneten Blüten oder  als Tinktur eingenommen bei: Leberproblemen, zur Gallenanregung, kann akuten Brechreiz lindern, wirkt leicht abführend, ist gut bei Darmfisteln, Dickdarmentzündung, Geschwüren, chronischen Vaginalentzündungen, Venenentzündung, Lymphbeschwerden, geschwollene Mandeln, Lymphknotenschwellung, Entgiftungsprozess des gesamten Organismus.

 

Als Liebfrauenblume hilft sie natürlich auch bei Frauenleiden: Mit ihren östrogenartigen Eigenschaften hilft sie dem weiblichen Fortpflanzungssystem. Sie hilft – innerlich angewandt – bei unregelmäßigem Zyklus, schmerzhafter Menstruation, starken Monatsblutungen, prämenstruellen Brustbeschwerden und Wechseljahresbeschwerden.

 

 

 

Herstellung

Zuerst müssen dazu die Blüten gesammelt werden, am besten bei sonnigem Wetter am frühen Mittag die voll erblühten Köpfchen. Die gefüllten orangeroten Sorten enthalten besonders viele heilkräftige Wirkstoffe, sogenannte Carotinoide. Alle 1 - 2 Wochen können die Blüten geerntet werden, was die Pflanze anregt, noch mehr Blüten zu bilden.

Dabei fördert die Ringelblume die Gesundheit des Gartenbodens und der Nachbarpflanzen. Gärtner berichten von folgenden Wirkungen:

·         sie vertreiben Schnecken und andere Schädlinge;

·         ihre Wurzeln verbessern die Qualität des Bodens;

·         sie sind eine ideale Nektarquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge;

·         zu Jauche verarbeitet düngen und nähren sie den Boden;

 

Man kann die ganzen Blüten vorsichtig trocknen und verwenden oder die Blütenblätter abzupfen und trocknen. Da Ringelblüten zu den Korbblütlern zählen, rechnet man mit Allergien, obwohl es darüber keine Berichte gibt. Wer vorsichtig sein will, nutzt deshalb nur die orangenen Blütenblätter. Ansonsten können die klein geschnittenen Blüten genauso verwendet werden.

 

Tee

Teeherstellung mit den ganzen Blüten

für innerliche Anwendung:

zwei bis drei Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und nach zehn Minuten abseihen. Maximal drei Tassen täglich trinken.

für äußerliche Anwendung:

vier Blüten auf 250 ml Wasser und nach 20 Minuten abseihen. Mit diesem Aufguss Kompressen tränken und auf die zu behandelnden Hautstellen legen.

 

Teeherstellung mit den Blütenblättern

1 Teelöffel getrocknete Blütenblätter in eine Tasse geben, mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

 

 

Ringelblumenöl

aus ganzen Blüten:

Ein Twist-off-Glas voll frische Ringelblumenblüten an einem sonnigen Tag sammeln

Mit einem guten kaltgepressten Öl, z.B. Sonnenblumenöl, Olivenöl, Mandelöl, Rapsöl übergießen bis die Blüten bedeckt sind.

Das Glas verschließen.

An einen sonnigen, warmen Platz stellen

Ab und zu das Glas schütteln.

3 Wochen abwarten.

Durch einen Teefliter abseihen

In eine dunkle Flasche gießen

Die Flasche mit Inhalt und Datum beschriften

Dieses Öl kann zu einer Salbe weiterverarbeitet werden (siehe unter Salbe)

 

aus Blütenblättern:

Ringelblumenblütenblätter, 1-2 Tage auf Haushaltpapier im Schatten antrocknen

Kaltgepresstes Öl, z.B. Sonnenblumenöl, Olivenöl, Mandelöl, Rapsöl

Die angetrockneten Blüten in ein Twist-off-Glas geben, ganz leicht zusammendrücken, bis das Glas zur Hälfte gefüllt ist.

Mit dem Öl übergiessen, bis die Pflanzen gut bedeckt und das Glas randvoll ist.

Das Glas verschliessen und ca. zwei bis drei Wochen im Halbschatten bis Sonnenlicht stehen lassen, dabei öfters leicht schütteln, am besten ist es, wenn es leicht orange wird.

Durch einen Teefilter aus Papier abseihen, in dunkle, lichtechte Flasche füllen, beschriften, dunkel und kühl aufbewahren.

Haltbarkeit: dunkel und im Kühlschrank aufbewahrt etwa 1/2 Jahr.

 

Ringelblumensalben

Salbenherstellung aus ganzen Blüten:

mit Schweineschmalz:

100 g Schweineschmalz im Wasserbad schnmelzen

10 g frische Blüten hineingeben.

10 Min. im Wasserbad ziehen lassen und dann 2 bis 3 Tage zugedeckt im Kühlschrank ruhen.

Dann erneut im Wasserbad schmelzen, durch einen Teefilter aus Papier filtern und die Salbe in einer Schraubdose kühl lagern. Haltbarkeit: 1/2 Jahr im Kühlschrank.

 

mit Bienenwachs:

Wenn Sie die Heilung noch mehr unterstützen wollen, bereiten Sie die Salbe mit Bienenwachs. Entweder gereinigtes Bienenwachs aus der Apotheke oder vom Imker direkt speziell das Deckelwachs, was vor dem Schleudern von den Waben entfernt wird.

30ml von dem Ringelblumenöl (siehe oben)

2gr. Bienenwachs

Das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und das Öl zugeben.

In eine Schraubdose oder kleines Twist-off-Glas füllen und abkühlen lassen

 

Salbenherstellung aus Blütenblättern

Zutaten für 3 Döschen von 50g

Etwa 30 Ringelblumenköpfe, möglichst orange und gefüllte, davon die Blütenblätter abgezupft = etwa 15 g

150 g Pflanzenöl z. B. Sonnenblumenöl oder Rapsöl

15 g zerbröckeltes Bienenwachs

Blütenblätter mit dem Öl und dem Bienenwachs in ein Salbenpfännchen mit Ausguss geben und unter Rühren im Wasserbad langsam erwärmen und schmelzen.

Auf kleinem Feuer 30 Minuten oder noch besser bis 1 Stunde unter gelegentlichem Rühren ausziehen lassen, bis die Schmelze Geschmack und Farbe angenommen hat. Wenn möglich über Nacht erstarren lassen und anderntags wieder schmelzen.

Durch ein Sieb mit einem Gaze am besten in ein zweites Gefäss mit Ausguss absieben und gut auspressen. (Rückstand als Kompresse auflegen).

Weiterrühren, bis die Salbe noch flüssig, aber lauwarm abgekühlt ist.

In Döschen giessen, abkühlen lassen, verschliessen und beschriften.

Haltbarkeit im kühlen dunklen Keller 12 -18 Monate.

 

 

Ringelblumentinktur

für äußerliche und innerliche Anwendungen

1 Glas mit frischen Blütenköpfen, mit klarem Korn auffüllen (die Blüten müssen vollständig bedeckt sein). Glas verschließen und an einem warmen Ort für ca. 3 Wochen aufstellen. Gelegentlich schütteln.

Danach abseihen und in einer dunklen Flasche aufbewahren.

 

 

Weitere Informationen und Quellen