Brennessel - Urtica

Das Feuer und das Wasser

Aus dem Buch:

ich kann das Feuer löschen und

 ich kann das Wasser ausschwemmen - ich kann Feuer hervorrufen und

 das Wasser ansammeln

*

ich bin die transformierende Kraft

des Feuers und ich bin die transformierende Kraft des Wassers

*

ich kann dir helfen,

eine Entscheidung zu treffen,

was zu dir gehört und was nicht,

was zu dir gehören soll und was nicht

Urtica Foto Pflanzen
Brennessel

Urtica

Foto: Karin Leffer

Interessantes über die Brennessel

80% unserer Schmetterlinge nutzen im Raupenstadium die Brennessel als Futterpflanze. Alleine diese Tatsache beschreibt, wie wichtig sie für das Gleichgewicht der Natur ist. Von den Menschen wurde die Brennessel schon frühzeitig genutzt, nicht nur als Futterbeigabe zur Gesunderhaltung des Viehs und als Heilmittel. Die langen Fasern der Stiele wurden versponnen und verwebt und ergaben das Nesselgewebe. Der Ursprung ihres Namens „Nessel“ verrät das heute noch, wie z.B. im Englischen „nettle“ = nähen. Sie wurde zum Färben von Wolle und Seide verwendet. Heute wird aus der Brennessel ein Pflanzenfarbstoff für die Nahrungsmittelindustrie hergestellt.

 

Biogärtner entdeckten die Brennessel als Gründüngung für die Gemüsebeete und stellen dazu eine Brennesseljauche her. Es sollte also jeder Gartenbesitzer eine kleine Ecke für die Brennesseln übrig haben. Gerade weil sie so wertvoll ist, muss sie sich mit ihren Brennhaaren vor den vielen Fressfeinden schützen.

 

 

Anwendung als Heilpflanze

Viele wertvolle Inhaltsstoffe brachten bei unseren Vorfahren nach der Mangelernährung im Winter den Stoffwechsel wieder in Schwung und sorgten für eine Reinigung und Entschlackung. Durch den hohen Vitamin C-Gehalt beugte sie dem Skorbut vor. Deshalb ist die Brennessel ein Bestandteil der „Gründonnerstagssuppe“ gewesen oder der „Neunkräutersuppe“ der erwachenden Natur im Frühling.

 

Von der Brennessel können die Blätter, der Samen und die Wurzeln verwendet werden.

 

Blätter:

Innerlich

Die Blätter werden als Tee oder als Spinat verwendet. Die Wirkung ist vielfältig, z.B. entwässernd. Da es über die Brennessel sehr ausführliche Informationen auf etlichen Internetseiten gibt, werde ich deshalb nur auf ein paar Anwendungen eingehen.

 

Äußerlich

können entzündete Gelenke, wie bei Arthritis oder Gicht mit Brennesselblättern eingerieben werden. Trotz des brennenden Effektes führt dies zu einer Schmerzlinderung:

Die Inhaltsstoffe der Härchen, wie Ameisensäure haben eine beruhigende Wirkung auf die Schmerzrezeptoren des Körpers. Dies hört sich sehr widersprüchlich an, weil ja die Berührung mit der Brennessel sehr schmerzhaft sein kann. Das enthaltende Serotonin hat Einfluss auf die Schmerzübertragung vom Rückenmark, das Spurenelement Bor wirkt sich auf den Knochenstoffwechsel aus und die Aktivierung des Transkriptionsfaktors NF-kB wird bei Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis gehemmt. Die Brennessel hilft durch das einfache Einreiben schmerzende Gelenke zu lindern.

Behandlung: Mit frischen Brennesselblättern das betroffene Gelenk 30 Sekunden einreiben (dabei Handschuhe anziehen).

 

Wurzeln:

Die Brennesselwurzeln zeigen sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Prostatavergrößerungen, die Symptome werden gelindert und das Wachstum bestimmter Zellen in der Prostata verlangsamt. Der Grund für diese Erkrankung liegt häufig in der Umwandlung von Testosteron in das Dihydrotestosteron. Die Brennesselwurzeln reduzieren diese Umwandlung durch eine Beeinflussung des Hormonhaushaltes.

 

Samen:

Die Samen der Brennessel sind als Heilmittel sehr interessant. Sie haben eine starke positive Wirkung auf Haut und Haaren und auf das Hormonsystem. Das wussten unsere Vorfahren schon vor 2.000 Jahren. Im Mittelalter war den Mönchen und Nonnen die Einnahme der Brennesselsamen untersagt, weil sie aphrodisierend und luststeigernd wirken und als eine Gefahr für die Einhaltung des Keuschheitsgelübdes angesehen wurden.

 

Auf die Brennessselsamen möchte ich etwas genauer eingehen, da ich selbst sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Die Haut wird glatter, gerade bei verhärtetem Narbengewebe. Die Wirkung trat bereits nach 3 Tagen ein.

 

Inhaltsstoffe des Samens:

25 - 33 % Öl (mit 74 - 83 % Linolsäure, knapp 1 % Linolensäure)

Vitamin A, B, C, E, K

Carotinoide wie ß-Carotin

Lutein (anerkannte Wirkstoffe zur Erhaltung der Sehkraft und Vorbeugung einer Makuladegeneration).

Beta-Sitosterol (Phytohormon)

hoher Proteingehalt – eine Pflanzeneiweißquelle

Eisen

Kalium

Calcium

Magnesium

Phosphor

Silizium

Bor

Chlorophyll

 

zum Bor:

Es ist für den Knochenstoffwechsel wichtig. Empfohlene Tagesmenge: 2mg. 100g Brennesselblätter enthalten bereits mehr. Durch das Bor kann der Knochen das Calcium behalten. Außerdem beeinflusst Bor das hormonelle System positiv, was wiederum wichtig für die Erhaltung gesunder Knochen und Gelenke ist. Damit ist Brennessel gut gegen Arthritis, Bursitis, Gicht, Tendinitis.

 

Anwendung

Samen: 1 TL pro Tag bis 1-2 EL pro Tag

in Joghurt oder Quark einrühren, über Müsli, Salate oder Suppen streuen, vorsichtig rösten in der Pfanne ohne Öl bei ständigem Wenden, wie bei Kräuterbutter in die Butter geben, auch in Honig kann der Samen eingerührt werden

 

Brennesselsamenpulver aus getrockneten Samen im Mörser herstellen und Smoothies oder wie oben in Joghurt usw. einrühren.

 

Als Pesto verarbeiten mit Sonnenblumenkernen, frischem Basilikum, Kürbiskerne, Knoblauch, Speiseöl, Pfeffer und Salz. Dabei alle Samen rösten, danach alles in einen Mixer geben. Im Kühlschrank aufbewahren, ca. 3 Monate haltbar.

 

Indikationen

Samen

gilt als potenz- und fruchtbarkeitssteigernd – also bei Kinderwunsch

Wechseljahresbeschwerden, Zyklus harmonisierend:

ist die Leberfunktion träge, kann nicht so viel Östrogen verarbeitet werden. Dadurch entsteht ein Östrogenüberschuss mit prämenstruellen Beschwerden (PMS) und Wechseljahresproblemen. Die Brennessel (nicht nur der Samen) hilft die Giftstoffe, die die Leber belasten auszuscheiden und reduziert das PMS oder eine übermäßige Menstruation.

 

zur Anregung der Blutzirkulation im Becken und den Genitalien

Bluthochdruck

Müdigkeit und Leistungsschwäche

Harnwegsstörungen

Probleme des Verdauungstraktes

Haarausfall oder verminderter Haarwuchs

vertreibt Würmer und andere Parasiten

gegen entzündliche Darmerkrankungen

Kropf und zur Gewichtsreduktion

Bronchitis und Tuberkulose

 

Blätter

unter anderem bei Allergien und Heuschnupfen:

wirken sie als natürliches Antihistaminikum. Sie helfen saisonelle Allergien zu lindern. Brennessel hemmt die Fähigkeit des Körpers Histamin zu produzieren und reduziert damit allergische Symptome, wie Niesen, verstopfte Nase und Juckreiz. Brennesseln helfen außerdem, Entzündungen zu verringern und damit eine Reihe typischer Heuschnupfen-Symptome zu verringern.

Harnwegsinfektionen, Nierensteine

regt die Milchproduktion an, Dosierung beachten, um Überversorgung und Milchstau zu verhindern

 

Kontraindikation von Brennessel:

bei der Einnahme von blutverdünnenden Mitteln

Brennessel senkt den Blutdruck und kann die Wirkung von blutdrucksendenden Mitteln verstärken

Brennessel hat eine harntreibende Wirkung und kann entwässernde Medikamente (Diuretika) verstärken

Brennessel kann den Blutzuckerspiegel senken und verstärkt damit Medikamente für Diabetes, das Risiko einer Hypoglykämie (Unterzucker) kann damit gesteigert werden

Die entzündungshemmende Wirkung von Diclofenac wurde durch Brennesselblätter verstärkt. Die Medikamente müssen durch den Arzt entsprechend angepasst werden und können häufig reduziert werden.

in der Schwangerschaft im ersten Drittel nicht zu viel Tee trinken, er hat anregende Wirkung auf die Gebärmutter, im zweiten und dritten Drittel ist die Anwendung sicherer, nicht die Brennesselwurzel verwenden, sondern nur die Blätter

 

Weitere Informationen und Quellen